Auf dem Gelände des oststeirischen Schlosses Poppendorf fand 1971 das legendäre steirische Woodstock-Imitat „Popendorf 71“ statt. Initiiert wurde das Festival vom Musikmanager Peter Stangl. An drei Tagen gaben hier 20 heimische Bands ihr Live-Set zum Besten. Hauptact war die Wiener Gruppe Novak’s Kapelle. Deren Auftritt glich einer Publikumsbeschimpfung und verwandelte sich rasch in ein Fiasko. Schon nach wenigen Minuten wurde die Band – laut Berichten von Zeitzeug*innen – von der Bühne und anschließend vom Gelände verjagt.
Insgesamt waren rund 3.000 Fans angereist, um beim ersten Open-Air-Festival in der Steiermark dabei zu sein. Die Reaktionen des Publikums und der Presse fielen sehr unterschiedlich aus: Man erzählte von großartigen Konzerten und ausgelassener Stimmung, aber auch von abhandengekommenen Hühnern in der Nachbarschaft, dem Geruch verbrannter Federn über so manchem Lagerfeuer, zugemüllten Wiesen, kaputten Verstärkeranlagen und beschädigten Autos. Auf jeden Fall bot das steirische Mini-Woodstock den heimischen Bands die Möglichkeit, sich bei jeder Menge Hippieflair gegenseitig zu begutachten. Bis heute gilt „Popendorf“ als Schlüsselerlebnis für viele steirische Musiker*innen und deren Fans.