SUb
Bildinformationen
Szene/Umfeld
SUb
Zeitraum
Seit 2001
Ort
Graz
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1999 wurde in einer vormaligen Fahrradwerkstatt in einem kleinen Haus am Grazer Kaiser-Franz-Josef-Kai 66 der „High Fidelity Club“ für elektronische Musikveranstaltungen eröffnet. Ein Jahr später übernahm eine kleine Truppe von Idealisten den Club, um dort unter dem Namen „Uprising“ (später „Subrising“) und mit einer sehr offenen Organisationsstruktur Konzerte zu veranstalten. Dieses Projekt kam allerdings nie so richtig in Gang und verlief nach circa einem Jahr im Sand. 2001 beschloss ein Kollektiv rund um das Schönaugürtelhaus (einem angemieteten Grazer Wohnhaus, das für eine Gruppe junger Menschen gleichzeitig Lebens- und kreativer Schaffensraum war), über das „Nex:it“-Projekt des Landes Steiermark um eine projektbezogene Förderung anzusuchen, um damit das SUb zu gründen. Da eine nicht unerhebliche Fördersumme gewährt wurde (übrigens lehnt es das SUb seither kategorisch ab, um Förderungen anzusuchen), konnte das Haus am Kaiser-Franz-Josef-Kai angemietet, renoviert und mit einer PA-Anlage ausgestattet werden. Von nun an wurden hier nicht nur Konzerte, sondern auch Workshops, Diskussionsveranstaltungen, Partys etc. veranstaltet. Der damals eigens ins Leben gerufene Trägerverein hieß Comyounite. Im Laufe der Zeit gab es immer wieder fliegende personelle Wechsel. Seit 2009 ist im SUb ein Kollektiv unter dem Namen „ComuniKai“ tätig. Die demokratische Grundstruktur, die antikapitalistische Haltung und eine konsequente antifaschistische und antidiskriminierende politische Positionierung sind aber seit Anbeginn Konstanten:
- Alle wichtigen Entscheidungen werden in regelmäßigen Plenumssitzungen gemeinschaftlich entschieden.
- Niemand darf sich an Veranstaltungen, die im SUb stattfinden, finanziell bereichern. Es gilt das Prinzip der Ehrenamtlichkeit. Das heißt, dass tatsächlich niemand, von den auftretenden Bands bis zu den Leuten hinter der Bar, entlohnt wird. Es werden lediglich etwaige Unkosten abgegolten.
- Alle, die bereit sind, ihre Idee bei einem Plenum vorzustellen, erhalten die Chance, diese ohne großes finanzielles Risiko zu realisieren, vorausgesetzt es besteht keine Nähe zu faschistischen oder diskriminierenden Inhalten.
Demgemäß finden grundsätzlich auch nahezu alle musikalischen Genres im SUb ihren Platz. Eine gewisse Schwerpunktsetzung in den Bereichen Punkrock, Indie, Hardcore-Punk und Electro hat sich aber über die Jahre unwillkürlich entwickelt. Häufig in Erscheinung tretende Veranstalterkollektive sind u. a. „Numavi“, „Disko 404“, „In Case Of Doubt“, „Wilhelm Show Me The Major Label“ und „Hot Shot Music“. Etwa 100 bis 120 Veranstaltungen finden so jährlich bei freiem Eintritt bzw. gegen eine freiwillige Spende statt. Mit dem Besuch einer Veranstaltung geht man eine Vereinsmitgliedschaft ein und ist dazu aufgerufen, sich auch aktiv im Verein einzubringen.
Klaus Störtebeker vom ComuniKai-Kollektiv im Gespräch mit dem Rockarchiv Steiermark. Graz, SUb, 19.04.2018
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