|
|
|
|
Graz, 21.03.2025
Die in Wien lebende Künstlerin Maruša Sagadin, bekannt für ihre skurrilen skulpturalen Interventionen, wurde vom Kunsthaus Graz eingeladen, eine ortsspezifische Intervention für den Vorplatz des Hauses zu entwerfen. Als Antwort auf die Umgebung und das Haus entstand der Entwurf für eine mehrteilige, raumgreifende Skulptur. Sie besteht aus Granitsteinen mit hölzernen Sitzflächen, bietet Raum und Witz und ist einladend bunt bemalt.
|
|
Die Künstlerin Maruša Sagadin hat für den Vorplatz des Kunsthauses Graz eine raumgreifende Skulptur entworfen, die ab sofort zum Verweilen einlädt und in Kooperation mit Marko Hotels umgesetzt wurde. Andreja Hribernik (Leiterin des Kunsthauses), Chefkuratorin Katrin Bucher Trantow, Künstlerin Maruša Sagadin und Verena Lam (Direktorin Kai 36, Marko Hotels), v.l., Foto: Kunsthaus Graz/J.J. Kucek © Bildrecht Wien, 2025
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Für den Stadtraum kombiniert das temporär geplante Projekt skulpturale Elemente, die einerseits Markierungen für das Haus und seine Inhalte darstellen und andererseits ein Angebot an Passant*innen und Wartende sind, sich niederzulassen und sich mit dem Ort zu beschäftigen. Das Zentrum der Arbeit bildet eine skulpturale, röhrenförmige Hängevorrichtung mit einer überdimensionalen, ca. 1 m hohen, gelb lackierten Birne.
Speak More Truth, Eat More Fruit zitiert einen Song der Rapperin Speech Debelle und ist zugleich Aufforderung und Verweis auf Quellen der Künstlerin, die Elemente der Street-Art-, Pop-, Comic- und Hip-Hop-Kultur vereint. Sagadins Arbeit bricht lustvoll mit etablierten Codes und legt dabei sensibel soziale Ein- und Ausschlussmechanismen im urbanen Raum offen. Auffallend sind die einladenden Gesten in Maruša Sagadins Arbeiten, die Urbanität versprechen und zugleich witzige Unterwanderungen von Stereotypen sind. Hier bedient sich jemand selbstbewusst und grundsätzlich des Samplings als Kulturtechnik auf höchstem Niveau. Harter Stein trifft auf klares Metall, auf sinnlich lackierte Oberflächen, die man berühren möchte. Hier trifft Kultur auf Natur. Nicht nur im Material und seiner Form, die eine einsame Frucht in Form einer leuchtend gelben Birne über Sitzbänken positioniert, sondern auch im Ort am belebten Lendkai, wo überdimensionale Architektur auf Radstreifen, zwei Autospuren, Fußgänger*innen und blinkende Ampeln auf Infotafeln und Leuchtreklame treffen. Von überall springen Farben und Formen entgegen. In Sagadins Sitzskulptur scheint so eine Art Gegenentwurf zum Platz aufzugehen, der in raumgreifendem Pop den puren Ausdruck von Zeitgenossenschaft schafft. Eine Art skulpturales Contraposto, das Balance schafft und im Spielbein eine Bühne für Handlung aufmacht.
In Speak More Truth, Eat More Fruit gelingt der Bildhauerin eine Hybridisierung und Collage, in der sich Hip-Hop und Comic als Inspirationsquelle mit der Selbstbehauptung der Straßenkultur und einer feministischen Cuteness der 2020er-Jahre leichtfüßig verbinden. Aber auch Anleihen bei Franz West oder Mike Kelley, die in ihren geradezu unheimlichen Skalierungen und Überhöhungen an Theorien des Unbewussten anknüpfen, sind hier - adäquat für das Kunsthaus - erkennbar. Korrespondenzen zum Friendly Alien selbst?
|
|
Die Arbeit "Speak More Truth, Eat More Fruit" versteht sich als Angebot an Passant*innen und Wartende sich niederzulassen und mit dem Ort zu beschäftigen, Foto: Kunsthaus Graz/J.J. Kucek © Bildrecht, Wien 2025
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
An den Samplings von Maruša Sagadin sind viele beteiligt. Als ehemalige Sportlerin ist Sagadin grundsätzlich Teamplayerin, und so bringen alle - vom Steinmetz bis zum Metallbauer und Modellierer - ihr spezifisches Wissen auch in die Herstellung dieses Objekts mit Haltung ein: Denn Speak More Truth, Eat More Fruit ist nichts anderes als auch grundsätzlich politisch. Ein Appell, in dem die Liebe zur schönen Form, zur affirmativen Geste, zur Mode ganz selbstverständlich auch ein Appell ist, ehrlich, respektvoll und direkt zu sein.
Das Projekt wurde in Kooperation mit Marko Hotels umgesetzt, auch vor dem Hotel Kai 36 steht eine Bank der Künstlerin. Vielen Dank an alle Unterstützer*innen und Beteiligten der Arbeit: David Zeller, Hannes Heel Monika Trimmel - Werkraum Ingenieure ZT GmbH, Peter Fraiss und Rainer Perlinger OG - Stahl und Form, Ernst Eder - Friepess Naturstein GmbH, Andrea und Imad Awwad, K2 Dach- und Bau GmbH
Über die Künstlerin Maruša Sagadin, geboren 1978 in Ljubljana, lebt und arbeitet in Wien. Studium der Architektur an der Technischen Universität in Graz, Studium der Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Monica Bonvicini. Von 2011 bis 2017 war sie Universitätsassistentin an der Akademie der bildenden Künste Wien, Fachbereich Performative Kunst und Bildhauerei. Von 2023 – 2024 hatte sie eine Gastprofessur an der Akademie der bildenden Künste Prag. Zahlreiche Ausstellungen, zuletzt: Kunstverein Siegen (2024), Kunsthalle zu Kiel (2025), Kunstraum Lakeside, Klagenfurt (2025), Museum of Contemporary Art, Belgrade (2025) und Preise, u.a. wurde sie 2015/2016 mit dem ISCP Grant in New York City (USA) und 2010 mit dem Schindler Grant am MAK - Center for Art and Architecture in Los Angeles (USA) und dem Otto Mauer Preis (2022) ausgezeichnet, zuletzt Förderungspreis des Landes Steiermark für zeitgenössische bildende Kunst 2023.
_____________________
Maruša Sagadin Speak More Truth, Eat More Fruit Eröffnung: 27.03.2025, 16 Uhr Laufzeit: bis 29.03.2026 Kuratiert von Katrin Bucher Trantow Vorplatz, Kunsthaus Graz, Lendkai 1, 8020 Graz In Kooperation mit Marko Hotels
www.kunsthausgraz.at
Bildmaterial zum Download finden Sie unter: SPEAK MORE TRUTH, EAT MORE FRUIT
_____________________
Wir freuen uns auf Ihre Berichterstattung stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung!
Daniela Teuschler +43/664/8017 9214, daniela.teuschler@museum-joanneum.at
Stephanie Liebmann +43/664/8017-9213, stephanie.liebmann@museum-joanneum.at
Eva Sappl +43/699/1780-9002, eva.sappl@museum-joanneum.at
|
|
|
|
|
|
|
|