Neugestaltung Römermuseum Flavia Solva
Das Römermuseum Flavia Solva wird in den Jahren 2012 und 2013 gemeinsam mit seinem räumlichen Umfeld neu gestaltet. In einem ersten Teil des Projekts wird der Museumspavillon zu einer von außen umgehbaren Schauvitrine gestaltet. Die neue Präsentation zeigt die mehr als 130-jährige Forschungsgeschichte Flavia Solvas, doch auch die Konservierung der römerzeitlichen Ruinen und die Gestaltung des 20.000 m2 umfassenden Freigeländes ist ein wichtiger Aspekt des neuen Konzepts: Die wichtigsten antiken Mauern der Insula XXII-Ost werden auch in Zukunft originalgetreu zu sehen sein, darüber hinaus wird die weite Ausdehnung der römischen Stadt im Gebiet der Marktgemeinde Wagna sichtbar gemacht werden. Mit den Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten wurde im Mai begonnen.
1. Neugestaltung des Museumsgebäudes
Der Museumspavillon wird in eine großräumige, von außen begehbare Schauvitrine umgebaut, die ganzjährig bei freiem Eintritt zugänglich ist und soll eine zusätzliche Belebung und Attraktivierung durch ein integriertes Café erfahren. Die neue Ausstellung wird die wichtigsten Objekte der mehr als 130-jährigen Forschungsgeschichte Flavia Solvas in einem völlig neuen Konzept zeigen. Bestimmendes Element der Präsentation ist die Geschichte von Flavia Solva aus dem Blickwinkel der Stadtforschung, um dem Phänomen „Stadt“ als Ganzem nicht nur archäologisch-historisch, sondern auch aus soziologischer und architektonischer Sicht Rechnung zu tragen.
2. Konservierung und Restaurierung der römerzeitlichen Grundmauern sowie Ausarbeitung eines zeitgemäßen Vermittlungsprogramms
Ein Teil der freigelegten römerzeitlichen Grundmauern wird restauriert, die stark in Mitleidenschaft gezogenen Bereiche werden durch Verfüllung geschützt. Der Verlauf der Mauern, die mit Erdreich verfüllt werden, wird mit gestalterischen Mitteln erkennbar gemacht. Frei sichtbar bleiben die Grundmauern von Raum 7 – einem kleinen Einzelgebäude mit einer Fußbodenheizung – und die unter dem Museumspavillon liegenden Räumlichkeiten, die entlang einer der Hauptstraßen der Stadt ausgerichtet waren und vielleicht als Verkaufsläden gedeutet werden können. Damit werden die attraktivsten Abschnitte der antiken Mauern auch zukünftig originalgetreu zu sehen sein.
Ein bereits 2012 bespielbares Laboratorium wird als Kompetenzzentrum eingerichtet, in dem eine Vielzahl von archäologischen Inhalten von der der experimentellen Archäologie bis zum Kulturgüterschutz an Besucherinnen und Besucher von 3 bis 103 Jahren vermittelt werden können. In einer ersten Testphase werden 2012 unterschiedliche didaktische und inhaltliche Modelle entwickelt und erprobt, sodass mit dem Projektende im Jahr 2013 Unterlagen für unterschiedliche Workshops für alle Altersstufen zur Verfügung stehen werden. Forschungsprojekte, die ausreichend Inhalte für zukünftige Ausstellungen liefern, sollen in Zukunft neueste Erkenntnisse zum Leben im antiken Flavia Solva erbringen.
3. Sichtbarmachung der antiken Stadt auf der gesamten Freilichtanlage
Durch gestalterische Maßnahmen im Freigelände, das eine Fläche von ca. 20.000 m2 umfasst, wird ein Eindruck vom Ausmaß der antiken Stadt vermittelt, indem die Konturen einzelner insulae sichtbar gemacht werden.
4. Interventionen im öffentlichen Raum
Auf dem Gebiet der Marktgemeinde Wagna wird mithilfe eines modernen Leitsystems und durch Infomodule die Gesamtausdehnung der antiken Stadt mit einer Fläche von mehr als 40 ha – dies entspricht der Ausdehnung der Altstadt von Graz – sichtbar gemacht. Gerade diese Maßnahmen zielen darauf ab, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Archäologie von Flavia Solva öffentlichkeitswirksam für den regionalen Tourismus nutzbar zu machen.
Für die geplanten baulichen, restauratorischen und infrastrukturellen Maßnahmen stehen insgesamt 400.000 EUR zur Verfügung. 360.000 EUR stellt die Steiermärkische Landesregierung auf Antrag von Kulturlandesrat Christian Buchmann aus dem EUFörderprogramm „Regionale Wettbewerbsfähigkeit Steiermark 2007–2013“ zur Verfügung. Die übrigen Mittel in der Höhe von 40.000 EUR stammen vom Universalmuseum Joanneum und dem Bundesdenkmalamt.
Die Bauarbeiten beginnen im April, sodass dem Saisonstart am 28. Juli 2012 nichts im Wege steht. In der Folge können die Besucherinnen und Besucher des Areals hautnah den Fortschritt der Adaptierungen mitverfolgen.
Ein Videobeitrag zur Neugestaltung des Römermuseums Flavia Solva ist hier zu sehen.
Bericht: Heribert Kindermann








