Über das Joanneum
Das Universalmuseum Joanneum
1811 gründete Erzherzog Johann von Österreich (1782–1859) gemeinsam mit den Ständen der Steiermark das Joanneum als „Innerösterreichisches Nationalmuseum“. Ganz den erzieherischen Ideen der Aufklärung verpflichtet, wollte Johann, Bruder des österreichischen Kaisers Franz I., dieses erste öffentliche Museum Österreichs angelegt wissen als eine umfassende Sammlung dessen, „was…die Natur, der Zeitwechsel, menschlicher Fleiß und Beharrlichkeit hervorgebracht haben, was die Lehrer der verschiedenen öffentlichen Anstalten ihren wißbegierigen Zöglingen vortragen. Es soll dieselben versinnlichen, dadurch das Lernen erleichtern [und] die Wissbegierde reitzen[…].“
Die Natur zählte neben Technik, Geschichte und Volkskunde zu den großen Leidenschaften dieses in der Steiermark aufgrund seiner umfangreichen Verdienste für das Land noch immer überaus populären Habsburgers. Dessen primären Interessen folgend, war das Joanneum zunächst in erster Linie eine Bildungsinstitution mit naturwissenschaftlich-technischer Ausrichtung.
Bedeutende Naturwissenschaftler des 19. Jahrhunderts wie Friedrich Mohs, der in Graz die nach ihm benannte Härteskala für Mineralien entwickelte, oder Franz Xaver Unger – der „Vater der Paläobotanik“ – lehrten am Joanneum, das 1864 den Rang einer „k. k. Technischen Hochschule“ erlangte. Die Lehranstalt, die 1975 als Technische Universität Graz („Erzherzog-Johann-Universität“) mit fünf Fakultäten neu gegliedert wurde, erfuhr eine räumliche und organisatorische Trennung von den musealen Sammlungen, welche ihrerseits 1887 zu einem Landesmuseum vereinigt wurden. In den folgenden Jahren wurden die Sammlungsbestände im „Lesliehof“, einem ehemaligen Adelspalais in der Raubergasse 10, neu aufgestellt. Teil dieses solcherart reorganisierten Museums war auch die auf den Kupferstecher Johann Veit Kauperz (1741-1815) zurückgehende „Steirisch Ständische Zeichen-Akademie“ und deren Kunstsammlung. Wie die joanneischen Sammlungen ursprünglich als ergänzende „Lehrsammlung“ für den Unterricht in Verwendung, wurde diese „Landesbildergalerie“ im 19. Jahrhundert durch Schenkungen großzügiger Mäzene um eine Vielzahl von Kunstwerken hoher Qualität erweitert.
Schon bald nach der Neuaufstellung entstand allerdings erneut Raumnot, und man errichtete zwischen 1890 und 1895 in der Neutorgasse - in unmittelbarer Nähe des „Lesliehofs“ - ein neues Museumsgebäude, das nach Entwürfen von August Gunolt im Stil des Wiener Neubarock realisiert wurde. Dieser repräsentative Bau beheimatete das „Kulturhistorische und Kunstgewerbemuseum“, zu dem auch die Sammlungsbestände zur Kunst des Mittelalters zählten, aber auch die Landesbildergalerie übersiedelte an diese neue Adresse. Im Jahr 1941 wurde die Landesbildergalerie schließlich in eine Abteilung für Kunst bis ca. 1800 („Alte Galerie“) und eine andere für jüngere Kunst („Neue Galerie“) geteilt.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wuchs das Joanneum um weitere Sammlungen an, und heute stehen dem Universalmuseum Joanneum neun Gebäude mit historisch wertvoller Bausubstanz als Museumsstandorte zur Verfügung, aber auch qualitätsvolle Beispiele für zeitgenössische Architektur.
Das Universalmuseum Joanneum gilt als das größte seiner Art in der Mitte Europas. Mehr als 4,5 Millionen Sammlungsobjekte sind die Basis für ein inhaltlich überaus facettenreiches – „universelles“ – Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm. Wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen an 10 Standorten in der ganzen Steiermark vermitteln ein einzigartiges Panorama von Wissenschaft, Kunst und Kultur.
Die zehn Museumsabteilungen – die Säulen des Universalmuseums Joanneum – arbeiten eng mit vier Servicefunktionen zusammen, die sich als Dienstleister für alle Sammlungen und Ausstellungshäuser verstehen.
Museumsabteilungen:
Geowissenschaften (Leiter: Dr. Bernd Moser)
Geologie & Paläontologie
Mineralogie
Biowissenschaften (Leiter: Mag. Wolfgang Paill)
Botanik
Zoologie
Archäologie & Münzkabinett (Leiter: Mag. Karl Peitler)
Archäologie
Münzkabinett
Schloss Eggenberg & Alte Galerie (Leiterin: Dr. Barbara Kaiser)
Schloss und Park Eggenberg
Alte Galerie
Moderne und zeitgenössische Kunst (Leiter: Dr. Peter Peer)
Neue Galerie Graz
Kunsthaus Graz
Kunst im Außenraum (Leiterin: Dr. Elisabeth Fiedler)
Kunst im öffentlichen Raum
Österreichischer Skulpturenpark
Kulturgeschichte (Leiterin: Dr. Eva Marko)
Museum im Palais – Kulturhistorische Sammlung
Landeszeughaus
Alltagskultur (Leiterin: Mag. Elke Murlasits)
Volkskunde
Multimediale Sammlungen
Schloss Stainz (Leiter: Mag. Karlheinz Wirnsberger)
Jagdkunde
Landwirtschaftliche Sammlung
Schloss Trautenfels (Leiterin: Mag. Katharina Krenn)
Landschaftsmuseum
Servicefunktionen:
Interne Dienste (Leiter: MMag. Markus Enzinger, Prokurist)
Controlling
Finanz- und Rechnungswesen
Personalverwaltung
Personalentwicklung
Gebäude & Technik
IT & Kommunikation
Logistik
Außenbeziehungen (Leiter: Dr. Andreas Schnitzler, Prokurist)
Sponsoring/Fundraising
Marketing
Presse
Veranstaltungsmanagement
Grafik
Museumsakademie
Besucher/innenservice (Leiter: DI Markus Rieser)
Museumsservice (Leiterin: Mag. Silvia Millonig)
Registratur
Restaurierung
Zentralwerkstatt
Zur Erfüllung der ihm gestellten Aufgaben beschäftigt das Universalmuseum Joanneum, das jährlich mehr als eine halbe Million Besucher/innen verzeichnet, rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Neben wissenschaftlichen Zeitschriftenreihen, Ausstellungskatalogen und Jahresberichten veröffentlicht das Museum eine Buchreihe zu seinen Sammlungen. Informationsfolder, Newsletter, Social Media sowie ein monatlich erscheinendes Programmheft ergänzen das Informationsangebot.
Das Universalmuseum Joanneum, Träger des Museumspreises des Europarates, ist die wichtigste wissenschaftlich-kulturelle Institution der Steiermark. Aus ihm sind dem Land im Laufe des 19. Jahrhunderts bedeutende Einrichtungen wie die Montanuniversität Leoben, die Technische Universität Graz (heute: Erzherzog-Johann-Universität), das Steiermärkische Landesarchiv und die Steiermärkische Landesbibliothek erwachsen.
Die Universalmuseum Joanneum GmbH
Da sich die Sammlungen seit ihrer Stiftung 1811 im Besitz des Landes Steiermark befinden, war das Joanneum lange Zeit auch eng an die Landesverwaltung gebunden. 2003 wurde es jedoch nach reiflicher Überlegung in die Form einer gemeinnützigen GmbH umgewandelt, um im internationalen Museumsbetrieb konkurrenzfähig zu bleiben.
An der Spitze der Universalmuseum Joanneum GmbH stehen zwei Geschäftsführer: Peter Pakesch als Intendant und künstlerischer Leiter sowie Dr. Wolfgang Muchitsch als wissenschaftlicher Direktor. Um die globale Vernetzung des Museums zu fördern und insbesondere im Kunsthaus Graz einen hochwertigen Ausstellungsbetrieb zu gewährleisten, wird die Suche nach Partnerschaften mit nationalen und internationalen Museums- und Kultureinrichtungen forciert. In den Ausstellungen sollen alle Bereiche der Schausammlungen in einer publikumswirksamen und zeitgerechten Art präsentiert werden. Dabei gilt das Hauptaugenmerk dem optimalen Zusammenwirken der verschiedenen Standorte des Museums, die in ihrer Vielgestaltigkeit den einzigartigen Charakter des Universalmuseums prägen.
Mit der Gründung der GmbH hat das Universalmuseum Joanneum einen höheren Grad an Eigenverantwortlichkeit und Autonomie in personeller und budgetärer Hinsicht erlangt. Das Land Steiermark bleibt jedoch – ganz im Sinn der Stiftung Erzherzog Johanns – weiterhin Eigentümer der Liegenschaften und Träger der Vermögensrechte am Museum.
Firmendaten
| Firma und Rechtsform: | Universalmuseum Joanneum GmbH |
| Sitz: | Mariahilferstraße 2-4, 8020 Graz |
| Firmenbuchnummer: | 230017 k |
| Firmenbuchgericht: | Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz |
| UID-Nummer: | ATU 56 45 65 79 |


















