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Im Memoriam Franz West

1947-2012

Mit dem Tod von Franz West verliert die österreichische Kunstszene einen ganz Großen. Weltweit beachtet hat er in den letzten Jahrzehnten, wie kaum ein anderer den Begriff der Skulptur und den Umgang mit Kunst neu definiert und daraus ein ganz einzigartiges Oeuvre geschaffen, das viele Grenzen gesprengt hat.

Bereits 1986 konnte die Neue Galerie Graz unter Wilfried Skreiner diesem besonderen Künstler eine erste Museumsretrospektive Legitime Skulpturen 1950-85 ausrichten. 2010 war er im Rahmen der bisher letzten Retrospektive Autotheater in Graz präsent. Dabei handelte es sich um eine Kooperation des Kunsthaus Graz, des Museums Ludwig Köln und des Madre - Museo d’Arte contemporanea DonnaREgina in Neapel, kuratiert von Kasper König und Peter Pakesch, zwei seiner langjährigen Weggefährten.

Franz West mit Peter Pakesch,

Seine Karriere ist außergewöhnlich. In seinem Werk werden, in hoch komplexer Art und Weise, Fragestellungen der Philosophie oder der Linguistik mit ästhetischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen virtuos und zumeist überraschend verbunden. Bei ihm trifft Subversion auf Erhabenheit, womit er bedeutende Themen der späten Moderne in eine neue Ära der Kunst, transportiert. Kunst war für ihn stets mit Ethos verbunden, mit Auseinandersetzungen, die sich grundsätzliche Fragen stellten und deren Kraft sich immer aus der Konfrontation mit dem Anderen und dem Gegenüber des anderen Menschen schöpfte. 

 Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Freunden.