Geschichte & Programm
Die Neue Galerie Graz entstand 1941 durch die Teilung der Landesbildergalerie in die Alte und Neue Galerie, wobei letztere die Bestände des 19. und 20. Jahrhunderts in das Palais Herberstein in der Sackstraße 16 als neue Museumsabteilung übernahm. Dieses von dem berühmten Barockarchitekten Josef Hueber vor der Mitte des 18. Jahrhunderts umgebaute und für die Fürsten von Eggenberg und in der Nachfolge für die Grafen von Herberstein adaptierte Stadtpalais, dessen Bestand gefährdet war, rettete Prof. Hans Riehl (1941-1955), der erste Leiter der Neuen Galerie, durch die Widmung als Museum. Die nachfolgenden Leiter waren Walter Koschatzky (1956-1962), Trude Aldrian (1963-1965), Wilfried Skreiner (1966-1992), Werner Fenz (1993-1997), Peter Weibel (1998), Christa Steinle (1999-2011) und Peter Peer (seit 2011).
Die Neue Galerie sieht es als ihren Generationsvertrag und Kulturauftrag an, das Publikum mittels Ausstellungen und Symposien über den Stand der gegenwärtigen Kunstproduktion auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene zu informieren. Neben großen programmatischen Kollektivausstellungen (z. B. KontextKunst, 1993; Pittura Immedia. Malerei der 90er Jahre aus den USA und Europa, 1995; Jenseits von Kunst, 1996/97/98; Der anagrammatische Körper, 1999; Im Buchstabenfeld - Die Zukunft der Literatur, 2001; In Search of Balkania, 2002) die ein Begegnungsforum für einheimische und ausländische Künstler/innen schaffen, definiert die Neue Galerie auch in Personalausstellungen das weite Untersuchungsfeld der Kunst in allen Ausdrucksmedien wie Malerei, Skulptur, Fotografie, digitale Medien, Video- und Filmkunst, Objektkunst, Installationen oder Architektur. So hat die Neue Galerie viele Jahre vor anderen Museen jungen Künstlerinnen und Künstlern, die heute zu den fixen Stars der Kunstszene gehören, wie z. B. Pipilotti Rist, Sylvie Fleury oder Olafur Eliasson große Einzelausstellungen gewidmet. Die Neue Galerie Graz will ein Ort der Orientierungshilfe sein, der in der scheinbar unübersichtlichen Beliebigkeit zeitgenössischer Kunstproduktion eine Positionierungsleistung erbringt.



