Ober- und Unterwams von Friedrich Graf Stubenberg
Ende des Jahres konnte für die Kulturhistorische Sammlung mit dem Herrenwams von Friedrich Graf Stubenberg ein Objekt erworben werden, das nicht nur erstaunlich gut erhalten, sondern auch angesichts seiner Einmaligkeit für ganz Europa von großer Bedeutung ist.
Das Wams wurde von Friedrich von Stubenberg (gestorben am 13.2.1574), Mitglied der steirischen Adelsfamilie, als Grabgewand getragen und im Zuge der Öffnung der Grabkammer unter der Jakobskirche in Frauenburg bei Unzmarkt im Jahre 1971 entdeckt. Von Juli bis September 1980 wurde es in der Schweizer Abegg Stiftung, die als Europas führende Institution für die Restaurierung hochqualitativer textiler Objekte aus öffentlichem Besitz gilt, restauriert. Das Wams galt als wichtiger Bestandteil der spanischen Hoftracht. Mit dem Aufstieg Spaniens zur Großmacht setzte es sich als Männeroberbekleidung europaweit durch. Auch jenes Wams, das Friedrich von Stubenberg als Grabgewand trug, lässt den spanischen Stil als Vorbild eindeutig erkennen und entsprach dem letzten Stand adeliger Mode. Das Wams ist hochgeschlossen, auf Taille geschnitten, mit ausgestelltem Schoß und schmalen Ärmeln. Der eingearbeitete Gänsebauch symbolisierte den Wohlstand seines Trägers.
Der älteste erhaltene „Steirer-Rock“ wird in der neuaufgestellten Kulturhistorischen Schausammlung ab 2011 im Palais Herberstein in der Sackstraße 16 zu sehen sein.






